button wo gehts lang?

posted in alltag, am 28. Januar 2009 von zimmerwirtin

eine neue stelle hat die zimmerwirtin ergattert. in einem berufskolleg. was macht man da? sie weiß es nicht. am montag gehts richtig los und morgen muss die zimmerwirtin hin und zum zweiten mal den vertrag unterschreiben (fragt nicht, warum), denn sonst “müssen sie mit gehaltskürzungen rechnen”, so die stellvertetende schulleiterin, die in ihrem leben sicher schon viele sympythischste-mitbürgerin-der-stadt-pokale gewonnen hat.

der zimmerwirtin ists  solange egal, wie sie in ruhe ihrem tagewerk nachgehen kann. was macht man da bloß? auf jeden fall werden ab sofort die ferien durchbezahlt, was zwar eine triviale feststellung sein mag, aber für das wohlbefinden der zimmerwirtin keine ganz unerheblich rolle spielt.

und der amtsärztliche supercheck steht an. in der regel bekommt dort jeder gesagt, er sei zu dick. ein ehemaliger kollege, lang und klapperdürr war auch zu dick. da kann man nicht viel machen. und sie nehmen blut ab. bei dem besagten kollegen habens sie die vene nicht getroffen und er kam mit einem verschandelten, blauunterlaufenen, schmerzenden arm zurück. so ist das, wenn man bloß amtsärztin werden konnte. dann kann mans ja an anderen auslassen.

was zur hölle macht man da bloß?

die zimmerwirtin geht jetzt erstmal mit dem hund. der zumindest weiß ganz genau, was man im park so macht. wenigstens einer, der weiß, wo’s lang geht!

button grauzonen

posted in alltag, die hässlichen, so wars und nicht anders, am 24. Oktober 2008 von zimmerwirtin

die zimmerwirtin verdient ihr geld - überaschung! - mal wieder an einer neuen schule. diesmal ist es das ikarus-gymnasium, mitten in der innenstadt. und auch in diesem schuljahr bleibt es ihr nicht erspart, die tiefsten tiefen des hiesigen schulwesens auszuloten. das fängt mit dem vertrag an.

dessen verlängerung lag nämlich nach den herbstferien nicht vor. daher wurde die zimmerwirtin nach bereits ohne vertrag erteilten zwei stunden unterricht nach hause komplimentiert. sie musste an drei aufeinander folgenden tagen in der schule anrufen, bevor es endlich weiterging. und der schlechte witz: die herbstferien und die ungewollt zu hause verbrachten tage werden vom neuen vertrag großzügig ausgeklammert.

der zimmerwirtin war nicht so ganz klar, wie sie das entstandene finanzloch auffüllen sollte. daher wurde sie blass und sie fühlte übelkeit aufsteigen.

der schulleiter, ein untersetzter kahler hamster wollte von derlei ungerechtigkeiten, wie die zimmerwirtin sie sogleich beklagte, nichts hören.

es gibt nämlich sehr klare bestimmungen, die das durchbezahlen in den ferien vorschreiben. aber gleich von recht und gesetz sprechen? da war die zimmerwirtin bei diesem schulleiter ganz an der falschen adresse. er würde hier gar nichts mehr verlängern, wenn sie jetzt so käme. und er habe schließlich auch eine menge arbeit mit den ganzen vielen verträgen seiner vertetungslehrer. das müsse die zimmerwirtin auch mal sehen. und ärger mit der bezirksregierung wolle nun auf gar keinen fall riskieren, denn man arbeite schließlich auch in den “grauzonen” ganz prima miteinander und habe so ein gutes gegenseitiges auskommen. die zimmerwirtin war ganz sprachlos vor erstaunen.

zu guter letzt sprach der schulleiter: “unterschreiben sie, dann haben sie mehr geld, als wenn sie es jetzt nicht tun!” dieser logik konnte sich die gebeutelte zimmerwirtin tatsächlich nicht entziehen, denn um sich arbeitslos zu melden, war es ja nun schon um zwei wochen zu spät.

die zimmerwirtin ist seit dieser episode nachgerade angewidert und motivationsmäßig sowie mental ebenfalls in einer ausufernden grauzone.

button trübsal

posted in alltag, am 22. August 2008 von zimmerwirtin

die zimmerwirtin hat fast den ganzen sommer auf der wiese verbracht. mit dem hund, versteht sich.

mittlerweile hat die schule wieder angefangen, es regnet und die erste gehaltsabrechnung (nach der sommerpause) ist eingetroffen. runde tausend euro netto für eine dreiviertelstelle. das betrübt die zimmerwirtin, da der aufwand recht hoch ist, es zahlreiche, natürlich unbezahlte konferenzen und elternabende gibt und die festangestellten kollegen alle mehr kriegen. verträge werden in sechs-wochen-abschnitten abgeschlossen. man weiß nie, was passiert, man hat einfach keine planungssicherheit. cooles wort, sehr sachlich: “planungssicherheit”. die krankenkasse schreibt “sie sind abgemeldet”, dann wieder “sie sind angemeldet” und schickt rechnungen über die zeiten dazwischen. nicht billig, im finanziellen sommerloch so easy auf der wiese rumzuhängen. aus krankenkassensicht jedenfalls. aber was solls.

man könnte so anfangen loszujammern.

aber die zimmerwirtin lamentiert nicht lange, wirft sich ihre regenklamotten über und geht mit dem hund in den park. fragt sich nur, wo das alles noch hinführen soll.